`s Blättle

 
TEXTE: HANS - ULRICH JÄGER
         
  

Bericht : ´s Blättle, 2018-04-27

  

(Jäger) In der Bezirksliga empfing Sillenbuch zum letzten Gefecht der Saison die Mannschaft von Sindelfingen I. die Zugehörigkeit unserer Gäste zur 1.  Bundesliga ist schon ein paar Jahre her, damals spielte noch Dr. Fahnenschmidt am Spitzenbrett, der stärkste titellose Spieler der Liga. Er war schon immer ein schneller Spieler, eine ihn in den Rollstuhl zwingende Erkrankung verschärfte sein Spieltempo noch, da er nicht mehr in der Lage war, sich längere Zeit mit seiner Stellung zu beschäftigen. Es war erstaunlich, was er trotz seiner im Blitztempo gespielten Partien auf das Schachbrett zauberte. Inzwischen bewegt sich Sindelfingen auf Augenhöhe mit dem SC Sillenbuch, der Auswärtserfolg der Gäste im Clara-Zetkin-Haus mit 4,5:3,5 hätte auch umgekehrt ausgehen können. Besonders schmerzlich war die Niederlage am 8. Brett, wo unser Mann seinen um viele DWZ-Punkte stärkeren Gegner mit einer einfachen Schlagkombination zur Aufgabe hätte zwingen können. Da auch die Bretter 3 und 5 verloren gingen, standen zuletzt 3 Siege der Gäste gegen 2 der Sillenbucher bei 3 Unentschieden, unter dem Strich also ein 3,5:4,5 . Unsere beiden Spitzenbretter Dr. Wolfgang Küchle und Bernd Lüttge hatten nichts anbrennen lassen und sich von ihren Gegnern remis getrennt. Torsten Behlau-Moritz ´ potentieller Brettpartner hatte es vorgezogen, den Ausflug nach Sillenbuch nicht mitzumachen, deshalb ein kampfloser Brettsieg für Sillenbuch. Peter Lau und sein Gegner hatten eine Stellung mit gleichfarbigen Läufern und gleich vielen Bauern erreicht, Laus Remisvorschlag nicht anzunehmen grenzte an Geringschätzung unseres Spielers. Einige Züge später wurde doch Frieden geschlossen. Für Hans-Ulrich Jäger ging es in der letzten laufenden Partie nur noch um eine kosmetische Resultatverbesserung. Sein Gegner hatte etwas unvorsichtig mit dem Schlagen eines Läufers die h-Linie geöffnet, wo Jäger eine Batterie von Schwerfiguren aufbaute , die für Drohungen sorgte. Nach einer beinahe erzwungenen Abwicklung ging es ins Endspiel. Der Gewinn dieses Endspiels war für den Sillenbucher nur noch eine Sache der Technik – allerdings musste man aufpassen, denn wie sagte unser ehemaliger Weltmeister Dr. Emmanuel Lasker : „ Jede noch so schlechte Stellung hat ihre Ressourcen.“ Damit ist die Saison 2017/18 beendet, Sillenbuch hat die Saison auf Platz 6 abgeschlossen, Aufsteiger in die Landesliga sind Wolfbusch II und Winnenden I, absteigen muss Sindelfingen II, schon vor der Saison haben die Stuttgarter Schachfreunde ihre Mannschaft zurück gezogen.

Schon kurz nach Beendigung des Kandidatenturniers  in Kreuzberg traten Caruana und Aronjan zusammen mit WM Carlsen und weiteren Koryphäen bei den Grenke Classic an. Die ersten drei Runden spielte man parallel zum riesigen 1500 Spieler umfassenden Grenke-Open in der Karlsruher Schwarzwaldhalle, dann wechselte man nach Baden-Baden. Von einer Welle des Hochgefühls getragen nach seinem Sieg in Berlin distanzierte Caruana das Feld der 10 Topspieler und landete nach 9 Runden einen ganzen Punkt vor dem Weltmeister. Matthias Blübaum als bester Deutscher erreichte 50% der möglichen Punkte, er zeigte sich mit seinen Remisen gegen Caruana und Carlsen auf Augenhöhe mit den absoluten Weltklassespielern. Der zweite deutsche Großmeister Georg Meier beendete das Turnier einen halben Punkt hinter der Weltmeisterin Hou Yfan auf dem 10. Platz, konnte aber immerhin ein Remis gegen WM Carlsen vorweisen.

Bobby Fischer, der 11. Weltmeister der Schachgeschichte, bewegte sich oft außerhalb des Normbereichs. Dazu passt auch sein Ausspruch: „ Ich weiß nicht, was Gott gegen mich auf 1. e4 antworten würde.“

   

   

Bericht : ´s Blättle, 2018-04-13

   

(Jäger) Für die Moral der zweiten Mannschaft des SC Sillenbuch spricht, dass sich einige Spieler trotz gesundheitlicher Einschränkungen am 18. 3. 18 im Kulturcafe Muse-o in Gablenberg  ans Brett setzten, um ihrer Mannschaft zu helfen. Dies war nötig, denn ohne die Spieler Wrobel und Marsch hätte man gegen Schachfreunde VII nicht ein 3:3 erreicht, das die Sicherung des Klassenverbleibs bedeutet. Allein 2,5 Brettpunkte gehen auf das Konto des Spitzentrios Gert Wrobel (O,5) , Günter Marsch ( 1) und Hans-Peter Nyffeler (1) , dazu Günter Mößner ( 0,5). Zittern musste man angesichts der notorischen Zeitnot unseres Spielers Marsch , der  für 15 Züge nur noch 5 Minuten auf der tickenden Schachuhr zur Verfügung hatte, die Aufgabe aber souverän löste.

Das Kandidatenturnier in Berlin Kreuzberg ist Geschichte. Es hat also nicht der von 50% der Befragten favorisierte Levon Aronjan gewonnen, sondern der Italo-Amerikaner Fabiano Caruana, der im November in London Weltmeister Carlsen zum Kampf um die Schachkrone fordern darf. Er ähnelt dem Champion an Zähigkeit und unbedingtem Siegeswillen, die Schachwelt hofft auf einen ausgeglichenen Kampf der Giganten. Es ist schon sehr lange her, dass Italien einen absoluten Spitzenspieler hervorgebracht hat. Der um 1600 in Kalabrien geborene Gioacchino Greco war der letzte Schachspieler von Weltrang aus dieser Region. Den gegen ihn antretenden Gegnern seiner Zeit war er weit überlegen, er spielte an den Fürstenhöfen und wurde bezahlt wie heute die Fremdenlegionäre beim Fußball. Caruanas Vorfahren waren in die USA ausgewandert, trotzdem spielte er für Italien. Dann baute der Milliardär Rex Sinquefield in St. Louis ein Schachzentrum auf und holte Spieler wie Caruana und Wesley So in die Staaten. Dort sorgten sie für einen Aufschwung des amerikanischen Schachs, der im Olympiasieg der Amerikaner gipfelte. Nun soll 46 Jahre nach Bobby Fischer der WM – Titel in die USA geholt  werden.

Das Oster-Open von Deizisau ist in die Schwarzwaldhalle nach Karlsruhe umgezogen und nennt sich jetzt Grenke-Open. In der Kleinstadt am Neckar waren die Plätze für 600-700 Spieler eng geworden, in Karlsruhe ist Raum für inzwischen 1500 Spieler in verschiedenen Gruppen. Allein in der A-Gruppe waren 800 Teilnehmer angetreten inklusive 49 Großmeister , darunter auch die große deutsche Hoffnung  Vincent Keymer, z. Zt. noch ohne Titel. Das heute inflationär gebrauchte Wort „sensatinell“ ist in diesem Fall angebracht, denn der noch 13-jährige Keymer hat alle hoch mit Titeln dekorierten Meister hinter sich gelassen und das Turnier mit 8 Punkten aus 9 Partien gewonnen, einen halben Punkt vor der Meute der Verfolger. Besonders eindrucksvoll war sein Schlussrundensieg über den Ungarn Rapport, als er seinen König mit etwas Glück , Geschick und guten Nervenvom Königs- zum Damenflügel in Sicherheit brachte ( von g8 nach a8).

David Rashba vom SC Sillenbuch hatte sich auch in diesem Jahr über die Bezirksmeisterschaft für die Württ. Jugendmeisterschaft qualifiziert. In Lindau am Bodensee wehte diesmal für ihn ein rauherer Wind , musste der immer noch 12-jährige Nachwuchsspieler doch in der Klasse U 14 antreten, wo sich Spieler tummelten mit teilweise Landesligastärke. Überragt wurde das Teilnehmerfeld von dem Sieger Tobias Kölle aus Schönaich mit einer DWZ-Zahl von 2140 und verschiedenen Einsätzen in der 2. Bundesliga. Davids 6. Rang unter 26 Spielern mit 4,5 Punkten aus 7 Partien ist eine sehr gute Leistung, errungen wurde die gute Platzierung durch 3 Siege, 3 Remisen und nur einer Niederlage. In diesem Jahr qualifiziert sich nur ein Spieler für die Deutsche Jugendmeisterschaft, nach dem Ergebnis wohl Tobias Kölle, der auf der 7-Runden-Rallye nur einen halben Punkt abgegeben hat.

Mit der letzten der 5 Runden wurde die Blitzmeisterschaft 2018 des SC Sillenbuch beendet. In Sillenbuch gewinnen manchmal die Favoriten, so auch diesmal der topgesetzte Bernd Lüttge , seines Zeichens oftmaliger Blitzmeister unseres Schachclubs. Beim Modus „best of five“ werden die drei besten Durchgänge gewertet, den letzten allerdings gewann Martin Strauß vor Bernd Lüttge und den gleichauf einkommenden Peter Lau und Hans-Ulrich Jäger. Das Schlussklassement aller Spieler , die sich an der Blitzmeisterschaft beteiligt haben:

1.       Lüttge, Bernd  (Meister)

2.       Lau, Peter

3.       Jäger, Hans-Ulrich

4.       Rashba, David

5.       Strauß, Martin

6.       Mößner, Günter

7.       Varga, Michail

8.       Herzig, Konstantin

9.       Tran, Thanh Kein

10.    Küchle, Wolfgang

11.   Ganser

12.   Pieper, Werner

13.     Nikqi

14.       Lin, Jean-Claude

15.      Herzig, Karl

16.    Enderle, Philipp

17.    Lin, Nathanael

   

     

Bericht : ´s Blättle, 2018-03-16

     

(Jäger) In der Bezirksliga hat Sillenbuch sein Gastspiel in Schwaikheim mit 3:5 verloren. Das ist kein Beinbruch, da die Mannschaft nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hat, ärgerlich ist es schon. Einem Brett-Sieg stehen drei –Verluste gegenüber, dazu kommen vier Unentschieden, etwas wenig für die nach dem Kantersieg gegen Feuerbach verwöhnten Sillenbucher. Martin Strauß sorgte für den einzigen Sieg der Gäste, indem er in ausgeglichener Stellung seinen Gegner zu Fehlern verleitete und die Partie für sich entschied. Keine Kritik gibt es auch an den Spielern, die ihre Partien remis gestaltet haben, namentlich Dr. Wolfgang Küchle, Bernd Lüttge, Torsten Behlau-Moritz und David Rashba. Vor allem David bekommt ein Sonderlob, hat er doch bei zwei Einsätzen in der ersten Mannschaft 1,5 Punkte gesammelt. Mit Nachsicht können die Spieler rechnen, die ihre Partien in den Sand gesetzt haben: einem kam die Dame nach einer Springergabel abhanden, der zweite hatte wohl Erbarmen mit seinem Gegner , als er dessen en prise stehende Figur nicht schlug, der dritte konnte seine vorteilhafte Stellung nicht in einen Sieg umwandeln. Am 15. April erwarten wir im Clara-Zetkin-Haus zum Abschluss  den früheren Bundesligisten VfL Sindelfingen.

Sillenbuch II hat gegen den Spitzenreiter der A-Klasse, die 6. Mannschaft  der Stuttgarter Schachfreunde , mit 1,5:4,5 verloren. Das war so erwartet worden, allerdings sollte jetzt wieder der Fokus auf den Klassenerhalt gerichtet werden. Gert Wrobel, Günter Marsch und Günter Mößner trennten sich unentschieden von ihren Gegnern, die übrigen drei Mannschaftskollegen wehrten sich teilweise 5 Stunden lang gegen ihre Niederlage. Am 3. Brett der Begegnung saßen sich David Rashba und Eberhard Herter mit einem Altersunterschied von über 70 Jahren gegenüber. Das ist heute nicht mehr ungewöhnlich, ungewöhnlich auch nicht der Sieg des Alten über den Jungen. Ungewöhnlich aber ist Eberhard Herter als Urgestein der Stuttgarter Schachfreunde und als Schachchronist des Württ. Schachs von 1945 bis in die heutige Zeit. Er war zuerst Jugendspieler , dann Mitglied der ersten Mannschaft des Vereins , Vereinsvorsitzender, Ideengeber und finanzieller Förderer. Über die Grenzen hinweg war er bekannt für sein geplantes „ Stuttgarter Modell“. Er wollte seinen Verein dauerhaft in der Bundeliga etablieren und die Großmeister sollten in seine Software-Firma integriert werden. Das Modell scheiterte , tragischerweise auch seine Firma. Heute lebt Herter als Verfechter des altehrwürdigen Königsgambits im südlichen Schwarzwald und reist zu den Spielen seiner Mannschaft an, um mal wieder Stuttgarter Luft zu schnuppern.

Das Kandidatenturnier zur Ermittlung des Herausforderers von WM Carlsen findet vom 10. 3. bis 27. 3. 18 in Berlin statt. So wie vor zwei Jahren die Bolle Meierei für die Rapid-WM wurde auch diesmal mit dem Alten Kühlhaus in Kreuzberg , einem Backsteingebäude aus den Gründerzeit, ein extravaganter Austragungsort gewählt. Acht Kandidaten, die crème de la crème des Schachs , streiten sich in einem doppelrundigen Turnier zur Ermittlung des Herausforderers von WM Carlsen. Von den Experten wurde der Armenier Lewon Aronjan auf den Favoritenschild gehoben , seine Familie lebt in Berlin, er hat schon für die Berliner Schachfreunde in der Bundeliga gespielt und er ist in der Schachszene sehr beliebt. Allerdings gibt es einen Haken: Meistens gewinnt nicht der Favorit. Beim Schreiben des Berichts sind die ersten beiden Runden gespielt, es führen Mamedjarov, Kramnik und Caruana mit je 1,5 Punkten. Für die Berliner gibt es Positives zu vermelden, das Cafe Einstein in der Kurfürstenstraße hat eine Schachecke eingerichtet.

Unsere Nachwuchsspieler von Sillenbuch III müssen noch das Mattsetzen lernen. Beim Auswärtskampf gegen Hemmingen II verlor das Team mit 1:3, obwohl ein 2:2 dem Spielverlauf eher entsprochen hätte. So aber waren zwei Remisen durch Nathanael Lin und Colin Götz die karge Ausbeute der Gäste.

Kurt Richter, wegen seiner aggressiven Spielführung der „Scharfrichter von Berlin“ genannt,  hat etwas sehr Richtiges gegen die Theoriegläubigkeit mancher Schachspieler gesagt: Von dem Gegensatz zwischen Sehen und Nichtsehen mit seinen zahlreichen dazwischenliegenden Nuancen lebt das Schachspiel und bezieht seine Impulse. Die Optik ist wichtiger als die Technik, die Theorie ist nicht mit der Phantasie gepaart.

   

   

Bericht : ´s Blättle, 2018-03-02

   

(Jäger) Der SC Sillenbuch hat wieder einmal seine Berechtigung für die Bezirksliga Stuttgart nachgewiesen und ist mit dem höchsten Sieg der Saison auf den 3. Rang der Tabelle geklettert. Beim 6,5 : 1,5 gegen Feuerbach II wurden 5 Brettsiege und 3 Remisen eingefahren, dabei wurde die Reserve des Verbandsligisten allerdings etwas unter Wert geschlagen . Nichts zu deuteln gibt es an den Erfolgen unserer Spitzenbrettern Dr. Wolfgang Küchle und Bernd Lüttge, die ihre Gegner klar und eindeutig beherrschten. Bei Martin Strauß in seinem Kampf gegen den alten Haudegen Wöhr entschied die Schachuhr die Partie, als der Feuerbacher die zulässige Zeit überschritt. Frank Kuhnke ging mit 2 Läufern gegen einen Turm ins Endspiel, musste aber einige Fehler seines Kontrahenten zu Hilfe nehmen, um die Partie für sich zu entscheiden. Auch bei Mannschaftsführer Hans-Ulrich Jäger , dem das Horoskop einen Glückstag vorhergesagt hatte, war der Ausgang der Partie lange Zeit nicht klar. In der Eröffnungsphase der Partie war ihm die Besetzung einer Diagonale entgangen , die seinen König an der Rochade hinderte. Um Schlimmeres zu vermeiden musste Jäger zu einem Qualitätsopfer greifen, d. h. er musste einen Turm gegen einen Springer opfern. Dank besserer Entwicklung seiner Figuren konnte er die Partie nach langem Kampf über 67 Züge für sich entscheiden. Dr. Heinrich Motzer , Torsten Behlau-Moritz und Peter Lau kamen bei ihren Remispartien nie in Verlustgefahr. Sie trugen zum hohen Sieg bei , hätten wohl auch das eine oder andere Brettpünktchen mehr einstreichen können, ein höheres Gesamtergebnis aber wäre des Guten zu viel gewesen.

Parallel zur ersten Mannschaft spielte unsere neu gegründete Mannschaft Sillenbuch III gegen ein Jugendteam von Zuffenhausen/Zazenhausen. Die Sillenbucher Nachwuchsspieler müssen immer noch Lehrgeld bezahlen, doch war es beim 1,5 :2,5 nicht mehr so hoch wie bei den ersten Kämpfen , als man mit 0:4 verloren hatte. Werner Pieper konnte am Spitzenbrett gegen den stärksten Spieler der Gäste ein Remis erreichen, Karl Herzig erzielte an Brett 4 den vollen Brettpunkt.

Unsere zweite Mannschaft spielt eine gute Saison , am 14. 1. 18 wurde die Spielgemeinschaft Zuffenhausen/Zazenhausen zu Hause im Clara-Zetkin-Haus mit 3,5 :2,5 geschlagen. Der Sieg war verdient und hatte Gewicht , zumal beim Gegner mit Palinkas und Momirov  „Überlebende“ der einst starken, inzwischen aufgelösten Mannschaft der Stuttgarter Königsspringer spielten. Es gewannen für Sillenbuch Günter Marsch und Günter Mößner ,wobei Marsch für seine schneidige Angriffspartie ein Sonderlob erhält. Unentschieden spielten Hans-Peter Nyffeler , David Rashba und Jean-Claude Lin.

Einen weiteren Schritt nach vorn machte David Rashba bei den Bezirksmeisterschaften der Jugend in den Bil –Schulen auf dem Areal der ehemaligen Zuckerfabrik im Hallschlag. Der immer noch 12jährige David musste diesmal in der Klasse U14 antreten, das bedeutete für ihn einen Sprung vom Kinderschach der U12 zum Jugendschach der U14. Umso wertvoller ist deshalb sein 2. Rang unter 20 Teilnehmern und einem Score von 4 Punkten aus 5 Partien, resultierend aus 3 Siegen und 2 Remisen. David hat sich damit wieder für die Württ. Meisterschaft qualifiziert, die in der Stadt Lindau im „feindlichen“ bayrischen Ausland stattfindet. Das beste Training für junge , aufstrebende Spieler sind Turnierpartien. Bei einem weiteren Turnier in Baden-Baden konnte David gegen Spieler mit teilweise 2000 Wertungspunkten sehr ansehnliche 3,5 Punkte aus 6 Partien erzielen.

Aus gegebenen Anlass erinnern wir uns an die Anfang des 20. Jahrhunderts berühmte Wiener Schachgesellschaft mir drei „Wölfen“ in ihren Reihen, drei starken Spielern mit dem Familiennamen Wolf. Um sie zu unterscheiden bekam jeder von ihnen ein Attribut . Einer war Handelsvertreter , das war der reisende Wolf. Ein anderer lehnte selten ein Remisangebot ab, demzufolge war er der reizende Wolf. Der Dritte von ihnen war ein wilder Angriffsspieler und deshalb der reißende Wolf. Im Gegensatz zu letzterem ist das bei Korntal gesichtete Tier der harmlose Wolf.

   

   

Bericht : ´s Blättle, 2018-01-12

     

(Jäger) Seit 17 Jahren zieht es kurz vor Weihnachten viele Schachjünger aus allen Bundesländern zu einer Vorrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft nach Aalen auf die Ostalb. Schon Monate vorher, war das auf einem Hügel über der Stadt thronende Hotel ausgebucht, den Platz gibt es dort nur für 256 „Schächer“, die in sieben Leistungsgruppen spielten. Mit von der Partie waren vier Sillenbucher, namentlich Dr. Heinrich Motzer, Martin Strauß, Gert Wrobel und Hans-Ulrich Jäger. Keiner unserer Spieler konnte sich für das Finale qualifizieren, für das man vier Punkte aus fünf Partien benötigte, alle aber äußerten sich positiv über das Turnier. Strauß und Wrobel waren mit ihrem Ergebnis von 3 bzw.  2,5 Punkten zufrieden. Dr. Motzers und Jägers Punktezahlen von je 1,5 waren etwas mager, beide Spieler mussten deshalb in der Analyse auf gut spielbare Stellungen hinweisen, die nur durch kleine Fehler verdorben wurden. Spitze aber war unser Sillbenbucher Quartett beim Sprüche-klopfen im Speisesaal oder an der Bar im Kaminzimmer.  

Beim Böblinger-Open vom 26.12.-30.12.2017 vertrat der 12-jährige David Rashba die Sillenbucher Farben mit Erfolg. Das über 300 Teilnehmer starke Feld war in drei Gruppen aufgeteilt, David startete in der 125 Spieler umfassenden B-Gruppe (bis Elo 2000) von einem hinteren Ranglisten-Platz aus. Dank sehr guter Leistungen belegte er nach 9 Runden Platz 37. Seine 5 Punkte summieren aus zwei Siegen, sechs Remisen und einer Niederlage, wobei die einzige Niederlage „unnötig wie ein Kropf“ war. Außer einem Zuwachs an Wertungspunkten, hat David damit auch den 2. Preis in der Rating-Gruppe bis 1600 errungen. Die A-Gruppe, in der sich die 7 angetretenen Großmeister tummelten, wurde von dem aus Backnang stammenden GM Arik Braun gewonnen.

Das Staufer-Open in Schwäbisch Gmünd vom 02.01.-06.01.2018 ist ein angenehmer Pflichttermin für Martin Strauß und Hans-Ulrich Jäger vom SC Sillenbuch. Das Turnier findet seit 30 Jahren statt, die Teilnehmerzahl, inklusive Kinderturnier, ist wieder auf 500 Spieler angewachsen und es wird zu Recht beworben mit „in weltmeisterlichem Ambiente“. Seit vielen Jahren steuern Spieler aus der näheren und weiteren Umgebung, aber auch viele Osteuropäer, zum Jahresbeginn die Staufer-Stadt an, nicht nur die auf ein großes Stück vom Preiskuchen hoffenden Titelträger. Die 220 Spieler umfassende A-Gruppe wurde von dem Deutschen Großmeister Jonas Lampert gewonnen, Punktgleich vor 5 weiteren Kollegen. In der B-Gruppe war Frauen-Power angesagt, denn die Schlussrangliste wird von der jungen Slowakin Tatjana Velichko angeführt. 204 Teilnehmer der Gruppe (bis 2000 Elo) besetzten die oberen Ränge des Auditoriums, darunter viele Mädchen und Jungen, die den Strapazen von vier Doppelspieltagen durchaus gewachsen waren. An Doppelspieltagen werden zwei Partien pro Tag gespielt mit einer Spieldauer von maximal 10 Stunden. Das Altersspektrum der Spieler reichte von unter 10 Jahren bis zu den Nestoren im 9. Jahrzehnt. Viele Spiele im Seniorenalter scheuen die Anstrengungen eines solchen Turniers, manche altgedienten Recken aber stellen sich dem Kampf mit der Jungend. Als positives Beispiel mag unser Schachfreund Rudi Sielaff aus Waiblingen dienen. Sielaff hat über Jahrzehnte bei Mannschaftskämpfen gegen Sillenbuch seine Stärke auf dem Schachbrett demonstriert. Er hat sich beim Nahschach (over the board chess) wie beim Fernschach Meriten erworben. Vor allem aber ist er im Alter von 87 Jahren im Auftreten und im Verhalten am Schachbrett ein Vorbild für die jungen Spieler. Nicht ganz nebensächlich ist auch sein erzielter Score mit 6 Punkten aus 9 Partien und dem 16. Platz unter 204 Spielern. Noch vor der letzten Runde hat ihn der Berichterstatter gefrotzelt, er solle sich für eine positive Erwähnung anstrengen – sein Remis in der Schlussrunde hat daran nichts geändert. Für die Sillenbucher Strauß und Jäger verlief das Turnier mit Höhen und Tiefen, beim Endstand von je 5 Punkten aber zufriedenstellend. Bei der Analyse der einer oder anderen Partie hatten beide manchmal etwas zu meckern, beide müssen aber für eine Verbesserung ihrer Ergebnisse bis zum nächsten Jahr warten – same procedure, same place, same time.  

Einen guten Einstand ins neue Jahr hatte unsere 3. Mannschaft bei ihrem Auswärtskampf im Gablenberger Museo. Gegen die 11. Mannschaft der Stuttgarter Schachfreunde gab es einen 4-0 Sieg. Für Sillenbuch angetreten waren Werner Pieper, Nathanael Lin, Philipp Enderle und Edwin Drings.

   

     

Bericht : ´s Blättle, 2017-12-15

  

(Jäger) An der Spitze der Bezirksliga Stuttgart ziehen Wolfbusch und Botnang ihre Kreise, d. h. sie haben alle fünf Begegnungen gewonnen. Die „runner up“ , wie die Amerikaner sagen, sind Herrenberg und Sindelfingen, dahinter auf dem 5. Platz hat sich Sillenbuch festgesetzt nach ihrem 5:3 Sieg  beim Schlusslicht Öffingen.  Verständlicherweise werden die Öffinger nach dem Kampf im Untertürkheimer Kulturtreff mit dem 3:5 Ergebnis hadern, denn einige nicht klare Stellungen gingen zu ihren Ungunsten aus. Klar war der Sieg von Dr. Wolfgang Küchle am 1. Brett, der seinem Brettpartner an Wertungspunkten klar überlegen war. An Brett 2 musste unser Mann nach mehreren Figurentauschaktionen Materialverlust und damit eine Niederlage quittieren. Es folgte ein verdientes Remis von Dr. Heinrich Motzer sowie ein etwas glückliches von Torsten Behlau-Moritz an den Brettern 3und 4. Auch an den folgenden Brettern spielten die Sillenbucher Martin Strauß und Peter Lau unentschieden, allerdings hatte man da auf Sillenbucher Seite auf etwas mehr gehofft. Es spielten noch Frank Kuhnke und Hans-Ulrich Jäger, von denen mindestens ein Brettpunkt zum 4:4 Ausgleich erwartet wurde. Dies schien in Kuhnkes Partie nicht möglich, hatte sich doch seine Stellung sukzessiv verschlechtert. Es blieb jedoch eine versteckte Schwäche im Lager seines Gegners, eine Schwäche, die Kuhnke mit Röntgenblick erspähte und mittels eines Läuferopfers den feindlichen König ins Matt jagte. Nun sollte Mannschaftsführer Jäger ein halbes Pünktchen zum Sieg beisteuern. Sein Gegner hatte die Caro-Kann-Verteidigung gewählt ( wer was kann, spielt Caro-Kann), dabei war die Partie nach zähem Kampf in einem Endspiel jeweils ein Springer und fünf Bauern gelandet. Jäger hatte vorausschauend zwei seiner Bauern weit im feindlichen Lager platziert, wo sie wohl dem Untergang geweiht waren, seinem Gegner aber bei ihrer Beseitigung Zeit kosteten. Damit konnte sich sein König auf die Bauern der anderen Bretthälfte stürzen und die Partie zu seinen Gunsten entscheiden . Schon Wilhelm Steinitz, der erste Weltmeister der Schachgeschichte, sprach von der Stärke des Königs im Endspiel. Damit hatte Sillenbuch 5 Brettpunkte zum 5:3 Sieg erzielt, allein 2,5 Punkte davon gehen auf das Konto der Rentnerbretter Lau, Jäger und Kuhnke.

Auch Sillenbuch II darf dem weiteren Fortgang der Saison 2017/18 beruhigt entgegensehen. Dank der zwei sicheren Punktelieferanten David Rashba und Mihail Varga, die ihre Partien gewannen und den Remisen von Günter Marsch, Jean-Claude Lin und Günter Mößner besiegte man im Clara-Zetkin-Haus eine Mannschaft der Stuttgarter Schachfreunde mit 3,5:2,5.

Unsere Schüler in der Mannschaft Sillenbuch III sammeln noch Erfahrung. Ihre Gegner von den Stuttgarter Schachfreunden , dem mitgliederstärksten Verein des Landes, haben diese Phase schon hinter sich gelassen. Das Ergebnis von 0:4 aus unserer Sicht überrascht deshalb nicht.

Das Blitzturnier des SC Sillenbuch kurz vor Weihnachten hat Tradition. Es ist einer von fünf Durchgängen, von denen die drei besten zur Ermittlung des Blitzmeisters 2018 herangezogen werden. Mit dabei waren wieder einmal unsere Freunde vom SC Böblingen ( 2. Bundeliga) , nämlich Thanh Kein Tran und seine Partnerin Ganokorn Ganser. Keine Überraschung bedeutet Trans Sieg mit einem 100%igen Score , wohl jedoch der 2. Platz von Nestor Jäger , der sich nur Tran beugen musste. Die weitere Reihenfolge: Lüttge, Rashba, Lau und Strauß, Ganser, Mößner , Herzig Ko und Herzig Ka. Merke: Blitzer beim Schach sind ehrenwerte Leute, die ihre Partien mit verkürzter Bedenkzeit von 5 Minuten spielen, Blitzer beim Fußball sind Egomanen, die nackt übers  Fußballfeld rennen, um Aufsehen zu erregen.

Allen Mitgliedern und Freunden des SC Sillenbuch, aber auch allen Lesern unserer Berichte im Blättle wünschen wir frohe Feiertage , Gesundheit und viel Erfolg im Jahre 2018.

   

     

Bericht : ´s Blättle, 2017-11-24

(Jäger) Volktrauertag, gescheiterte Koalitionsverhandlungen, Schietwetter, alles unerfreuliche Dinge, nur die 1. Mannschaft des SC Sillenbuch sorgte für etwas Freude, zumindest für uns Schachspieler. Zu Gast im Clara-Zetkin-Haus war am 19. 11. 17 der SC Leinfelden, genauso wie Sillenbuch bestrebt vom ominösen 9. Platz der Bezirksliga-Tabelle weg zu kommen , der nach dem Rückzug der Stuttgarter Schachfreunde wohl der 2. Abstiegsplatz sein wird. Leinfelder war etwas stärker eingeschätzt worden als die Gastgeber, auch waren sie in der Hoffnung angereist , auf eine mit Ersatzspielern geschwächte Heimmannschaft zu treffen – die ersten drei Runden in der Bezirksliga hatten diese Hoffnung genährt. Bei Sillenbuch hat man den Ernst der Lage jedoch erkannt, deshalb saßen Sonntag früh um 9 Uhr alle Stammspieler brav an ihrem Brett. Am Spitzenbrett hatte unser Dr. Wolfgang Küchle mit dem Leinfeldener Kottke einen großkalibrigen Gegner ( DWZ 2130), dem er mit den schwarzen Figuren erfolgreich Widerstand leistete und eine ausgeglichene Stellung erreichte. Auf diesem Niveau entscheiden aber selbst kleine Fehler. Diese wurden von unserem Spieler begangen und führten zum ersten Brettpunkt für Leinfelden, worauf Kottke seiner Erleichterung und Freude über den Sieg lebhaft Ausdruck verlieh. Damit aber war der Kampf noch längst nicht entschieden, denn an allen 7 verbliebenen Brettern hatten die Sillenbucher ausgeglichene, manche sogar gute Stellungen. Am erfolgsträchtigsten eingeschätzt wurden die Partien von Torsten Behlau-Moritz , Hans-Ulrich Jäger und Frank Kuhnke. An den Brettern 2 und 3  hatten Bernd Lüttge und Dr. Heinrich Motzer ihre jeweiligen Gegner gut im Griff, die Partien mündeten dann ins Remis und mit dem erwarteten Sieg von Behlau-Moritz hatte man an den ersten 4 Brettern einen Zwischenstand von 2:2 erreicht. Vor allem Behlau-Moritz hat ein Sonderlob verdient: Die schwachen Felder des Gegners im Blick und eingedenk der Makogonow-Regel (Schaue, welche deiner Figuren noch inaktiv sind) stürzte er seinen Gegner von einer Verlegenheit in die andere und setzte ihn schließlich auf der Grundlinie matt. Nun sollten Jäger und Kuhnke gewinnen, Martin Strauß und Peter Lau sollten remisieren und damit einen Mannschaftssieg einfahren. Das Konzept klappte nicht, da Jäger , der die wilden Angriffe seines Kontrahenten gekontert und ihm im Schlagabtausch eine Figur abgenommen hatte, vom rechten Weg abkam. Von einem gegnerischen Matt bedroht musste er zu viel Material ab- und die Partie aufgeben. Bei veränderter Lage  wollte Laus Gegner nichts mehr von einem Remis wissen. Nach einem Fehler geriet er jedoch auf die schiefe Ebene und Lau behandelte das Endspiel vorbildlich zum Sieg. Merke: Wenn man dem sonst eher friedfertigen Peter Lau den Finger in den Mund steckt, dann beißt er zu. Somit waren die Sillenbucher Chancen intakt geblieben.Er war gestählt aus Berlin zurückgekommen, wo er bei der Deutschen Firmenmeisterschaft für sein Team am 1. und 2. Brett gute 4 Punkte aus 7 Partien erzielt hatte. Frank Kuhnke hatte seinen Vorteil ausgebaut, war dem gegnerischen König auf den Leib gerückt und hatte die Partie in wenigen Zügen zu seinen Gunsten entschieden. Es fehlte noch ein halbes Pünktchen zum Gesamtsieg für Sillenbuch. Dafür sorgte Martin Strauß gegen den alten Kämpen Brettschneider, auch dies eine gute Leistung. Endstand: Sillenbuch-Leinfelden 4,5 : 3,5.

Die 2. Runde der Blitzmeisterschaft des SC Sillenbuch fand am 17. 11.17 statt. Acht Spieler stellten sich zum Kampf , gemeinsame Sieger wurden Bernd Lüttge und Peter Lau mit je 6 Punkten. Dicht dahinter folgte unser U 14 Spieler David Rashba mit 5,5 Punkten. Letzterer hätte aber überraschenderweise den Durchgang gewonnen, hätte er seine Gewinnstellung gegen Lau in einen Sieg umgemünzt. Das Remis gegen den oftmaligen Blitzmeister Lüttge war seine beste Leistung. Damit landete er sogar vor dem Sillenbucher Vorkämpfer Dr. Wolfgang Küchle , dessen Stärken allerdings nicht im Blitzen liegen. Auf den Plätzen folgen Günter Mößner, Karl Herzig, Philipp Enderle und Werner Pieper.

Die von Günter Mößner betreute Jugendmannschaft Sillenbuch III kehrte von ihrem Gastspiel bei  DJK Stuttgart V mit einer 1:3 Niederlage heim, den Brettpunkt für unsere Mannschaft holte Karl Herzig. Durch die Teilnahm am Spielbetrieb der B-Klasse Stuttgart Mitte bekommen unsere Schüler Spielpraxis in ernsten Turnierpartien.

Über den Exweltmeister Kasparow sagte der aus der Sowjetunion geflohene Viktor Kortschnoi : Es ist offensichtlich, dass er in einem totalitären Staat aufwuchs und deshalb zu diktatorischen Zügen neigt.

Bericht : ´s Blättle, 2017-11-07

   

(Jäger) Die Leidensfähigkeit des Mannschaftsführers der 1. Mannschaft des SC Sillenbuch wurde durch die Absage dreier Spieler vor der Bezirksligabegegnung in Botnang wieder einmal auf eine harte Probe gestellt. Unser Schachfreund Dr. Möhring, der z. Zt. Seine Zelte auf den Philippinen aufgeschlagen hat, versucht regelmäßig per e-mail die Sillenbucher Spieler vor wichtigen Kämpfen aufzurichten. Vor der Begegnung mit dem Tabellenführer hat er es nicht beim Daumendrücken belassen, unsere Spieler sollten in T-Shirts mit dem Vereinslogo („ bärenstark- SC Sillenbuch“) antreten und sie sollten schreckliche Halloweenkostüme tragen. Da den Botnangern mit solchem Firlefanz nicht beizukommen ist, besannen sich die sieben Sillenbucher Spieler ( das 3. Brett wurde kampflos abgegeben) auf ihren Kampfgeist und zeigten sich den Gastgebern im Botnanger Bürgerhaus gleichwertig. Dies ist umso erstaunlicher als die Gäste an allen 7 Brettern bei den Ratingzahlen unterlegen waren. Ein Sonderlob verdient haben unsere Spieler an den Brettern 1, 7 und 8 . Unser Spitzenmann Dr. Wolfgang Küchle konnte sich in einer guten Partie gegen den 2000er Martin Koch durchsetzen und  sich für eine vor Jahren erlittene Niederlage revanchieren. Küchle war in der post –mortem-Analyse mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden, seine Mitspieler aber sehr wohl. Das zweite große Lob gebührt unserem 12jährigen David Rashba für den Sieg bei seinem Debut in der Bezirksliga am 7. Brett der 1. Mannschaft. In seiner fast fehlerlosen Partie konterte er die verzweifelten Versuche seines Kontrahenten sich gegen die Verlust zu wehren. Auch Günter Mößner am 8. Brett , seinem Brettpartner um ganze 400 DWZ-Punkte unterlegen, bekommt für sein Remis ein dickes Lob. Mit trockenem Spiel unter Vermeidung von Komplikationen erzielte er einen halben Punkt für Sillenbuch. Martin Strauß an Brett 4 ist als Spieler gereift und hat keine Angst vor großen Tieren. Dies hat er auch in Botnang unter Beweis gestellt und sich das Remis in einem Endspiel mit Minusbauern erkämpft. Hans-Ulrich Jäger brachte in einem  „Sizilianer“ einen von Kasparow kreierten Trick in der Eröffnung aufs Brett, der zu einem Opfer von bis zu vier Bauern führen kann. Da sein Gegner mit der Variante wohl nicht vertraut war, ließ er sich nicht auf die Verwicklungen ein und gab sich mit der schlechteren Stellung zufrieden, erkämpfte sich aber mit einer guten Verteidigungsleistung den halben Punkt. Damit endete die Begegnung Botnang-Sillenbuch 4,5:3,5. Schon am 19. 11. 17  steht die Paarung Sillenbuch-Leinfelden auf dem Spielplan mit einem Heimspiel im Clara-Zetkin-Haus, dann hoffentlich wieder mit einem vollzähligen „Achter“.
     
Die Blitzmeisterschaft des SC Silllenbuch wird in fünf Durchgängen ausgespielt, der erste fand am 13. 10. 17 statt. Zwei der üblichen Verdächtigen landeten auf den ersten Plätzen, nämlich Bernd Lüttge gefolgt von Peter Lau. Überraschend auf dem dritten Platz taucht Günter Mößner auf mit einem positiven Score von 5 aus 9. Gemeinsam auf dem vierten Rang erscheinen Hans-Ullrich Jäger und sein Schüler David Rashba, dahinter Martin Strauß,Konstantin Herzig, Werner Pieper und Karl Herzig.
       
Einen guten 4. Platz belegt die Mannschaft Sillenbuch II nach der 2. Runde in der A-Klasse Stuttgart-Mitte. Ohne Verlustpartie erzielte man einen 4,5:1,5 Sieg gegen Gerlingen III. Es siegten Gert Wrobel am Spitzenbrett sowie Mihail Varga und Helmut Rieger an den Brettern 5und 6. Vor allem der gesundheitlich angeschlagene Rieger überzeugte mit einer tadellosen Leistung. Zu den 3 Siegen kommen noch Remisen von Günter Marsch , Hans-Peter Nyffeler und Jean-Claude Lin.

   

Ein Ausspruch von Alexej Suetin , dem Autor vieler im früheren Ostberliner Sportverlag verlegten Schachbücher : „ Wie oft geschieht es, dass sich ein Spieler selbst aufgibt , wenn er sich in einer schwierigen , aber durchaus nicht hoffnungslosen Lage befindet“.

Bericht : ´s Blättle, 2017-10-15

   

(Jäger) In der Bezirksliga Stuttgart hat sich schon nach dem zweiten Spieltag eine Zweiklassengesellschaft gebildet. Spitzenreiter Botnang hat sich mit zwei Kantersiegen in Szene gesetzt, aber auch Herrenberg, Wolfbusch und Sindelfingen haben je 4 Mannschaftspunkte gesammelt. Sillenbuch wartet nach der knappen 3,5:4,5 Niederlage gegen Wolfbusch zusammen mit 4 weiteren Mannschaften auf den ersten Sieg. Als erster Absteiger steht das Team der Stuttgarter Schachfreunde fest, die nach internen Querelen zurück gezogen haben. Für Sillenbuch lief die Begegnung im Clara-Zetkin-Haus gegen Wolfbusch suboptimal, als nach wenig mehr als 2 Stunden unsere Bretter 6 und 7 die Segel streichen mussten. Einer der beiden Unglücksraben war Mannschaftsführer Jäger, dessen Gegner mit der relativ seltenen Bird-Eröffnung Erfolg hatte. Die Eröffnung geht auf den englischen Meister Henry E. Bird zurück, der als Berufsspieler im 19 Jahrhundert lebte. Mit dem kecken Anfangszug 1.f4 zählt er zu den Romantikern. Die Romantiker des Schachs waren streitlustige Leute vergleichbar mit den Rittern des Mittelalters , die mit offenem Visier kämpften und ohne große Vorbereitung auf den Gegner losgingen. Jäger konnte die Partie offen halten, bis er auf die unglückliche Idee verfiel, die Außenbahn , sprich die a-Linie frei zu machen , auf der die feindlichen Türme eindringen konnten. Trotz des Rückstandes kämpften die restlichen Sillenbucher unverdrossen weiter , mussten aber die Partien an den Brettern 1 und 4 abgeben. Erfolgserlebnisse hatten unsere Spieler an den Brettern 3, 5 und 8, namentlich Dr. Heinrich Motzer, Martin Strauß und Gert Wrobel, nicht zu vergessen Bernd Lüttge an Brett 2 mit einem Remis. Motzer gewann in einer staubtrockenen Partie ein lehrbuchhaftes Bauernendspiel mit Bauern auf beiden Flügeln. Seiner Gegnerin Sonja Klotz, einer starken Spielerin aus der Häcker-Dynastie wurden sinnbildlich die Flügel gestutzt. Strauß wurde für sein eingegangenes Risiko im Mittelspiel belohnt, als sein Gegner nicht die beste Fortsetzung fand und auf die Verliererstraße kam. Der für seinen Kampfgeist bekannte Wrobel weigerte sich, seine schlechtere Stellung aufzugeben, obwohl ihm nur noch wenige Sekunden auf der Uhr verblieben waren. Da beim neu eingeführten „Fischer-Modus“ der Spieler für jeden Zug einen 30 –Sekunden-Bonus erhält, konnte er sich immer wieder über die Zeit retten. Sein nervöser werdender Kontrahent stellt schließlich seine Dame ein und gab entnervt die Partie auf. Wie meinte doch unser ehemaliger Weltmeister Dr. Emanuel Lasker : „ Jede Stellung, auch die schlechteste, hat ihre Ressourcen“.

Sillenbuch hatte in seinen besten Zeiten 4 Mannschaften im Turnierschach gemeldet, dazu 2 Teams im Fernschach ( 2. Bundesliga) und eine Seniorenmannschaft für die Württ. Meisterschaft. Nach einer längeren Durststrecke freuen wir uns über den vermehrten Zustrom von Jugendlichen in unseren Verein verbunden mit der Möglichkeit eine dritte Mannschaft zu melden. Diese hatte am 8. 10. 17 ihren Saisonstart bei Fasanenhof II , eine schwere Aufgabe bei Wertungszahlen ihrer Gegner von teilweise 300 DWZ Punkten über denen unserer Schüler. Da kann das Ergebnis von 0,5 :3,5 aus Sillenbucher Sicht nicht überraschen. Philipp Enderle sorgte für den halben Brettpunkt für die Sillenbucher Gäste. Die Mannschaft spielte mit Werner Pieper, Philipp Enderle, Kian Amidzadeh  sowie Niklas Paul und bekommt ein Gesamtlob für ihren Kampfgeist.

St. Louis am Mississippi ist Kaderschmiede und Mekka der Schachspieler in den USA. Der Milliadär Rex Sinquefield hat mit dem Chess Club and Scholastic Center einen Schachtempel errichtet und damit dem US-Schach einen unerwarteten Aufschwung beschert. Die ersten Früchte dieser neuen Schachbegeisterung erkennt man am Olympiasieg der US Boys und an den Erfolgen bei der Kadetten-WM U8- U12, wo die amerikanischen Mädchen und Jungen 3 der 6 WM Titel errangen. Ein neu installiertes Blitz- und Schnellschachturnier in St. Louis ist mit ein Verdienst des Ex-WM Garry Kasparow, der nach 12jähriger Abstinenz wieder auf die Schachbühne zurück gekehrt ist. Der 54jährige stand natürlich im Mittelpunkt des Interesses , wobei die Turnier-Homepage millionenfach angeklickt wurde. Kasparow ließ in manchen Partien sein früheres Können aufblitzen, er hatte aber in der langen Schachpause einigen Rost angesetzt und musste mit einem der hinteren Plätze im Feld der Top Ten –Spieler vorlieb nehmen. Seit 1972 mit dem WM Sieg von Bobby Fischer über den Russen Boris Spassky , der als Sieg der westlichen Hemisphäre hochgejubelt wurde, hat sich Entscheidendes geändert: Inzwischen spielen die Supergroßmeister aus Ost und West dort , wo gutes Geld zu verdienen ist. Als Beispiel dient der deutsche Mannschaftsmeister Baden-Baden, gesponsert von der Grenke Leasing Co. , der an den ersten 8 Brettern keinen deutschen Spieler gemeldet hat, dafür aber mit Caruana, Aronjan, Vachier-Lagrave und Anand allein 4 Spieler der Top Ten der Weltrangliste. Auf Platz 13 erscheint für die kommende Saison die chinesische Weltmeisterin Hou der Weltrangliste. Auf Platz 13 erscheint für die kommende Saison die chinesische Weltmeisterin Hou Yifan .

   

     

Bericht : ´s Blättle, 2017-09-19

 

(Jäger) Mit dem Beginn des Schuljahres hat auch die Schachsaison begonnen. In der Bezirksliga musste Sillenbuch I am 17. 9. 17 nach Herrenberg reisen, wo man in der Vergangenheit regelmäßig die Punkte als Gastgeschenk überbrachte. Wenn man die Partien der sieben Sillenbucher nachspielt – das zweite Brett blieb unbesetzt- so kommt man zu der Überzeugung, dass unsere Mannschaft partout dieser Gewohnheit treu bleiben wollte. Nach 90 Minuten Spieldauer stand es durch die kampflose Niederlage am 2. Brett und einer hoffnungslosen Stellung an Brett 8 praktisch 0:2. An den übrigen 6 Brettern hatten die Gäste ihre Chancen, die jedoch teilweise durch Unkonzentriertheit oder mangelnde Übersicht zunichte gemacht wurden. Für 2 Brettpunkte sorgten Dr. Wolfgang Küchle und Hans-Ulrich Jäger. Jägers Gegner kam mit der von ihm gewählten Variante der französischen Partie nicht zurecht und wurde in 25 Zügen überfahren. Am Spitzenbrett hatte Küchle gegen den Herrenberger Topscorer Eugen Schmid leichte Vorteile. Bei fortschreitender Spieldauer und knapper werdender Zeit konnte sein Gegner die Schwierigkeiten nicht mehr meistern und überschritt die zulässige Zeit. Endstand: Herrenberg-Sillenbuch also 6:2.

Auch Sillenbuch II hatte in der A-Klasse einen Auswärtskampf und musste am 17. 9. 17 nach Hemmingen fahren. Trotz fehlender zweier Spitzenspieler konnte unsere Mannschaft aufgrund guter Mannschaftsleistung überzeugen und ein 3:3 Unentschieden erzielen. Dafür verantwortlich sind mit Siegen Michail Varga und Konstantin Herzig sowie mit Remisen David Rashba und Günter Mößner. Hervorzuheben ist auch der Kampfgeist von Jean-Claude Lin, der sich erst nach 5-stündiger Spieldauer geschlagen geben musste.

Das Turnier in Biel/Bienne 2017 war geschichtsträchtig. Es fand zum 50. Mal statt und es hatte mit der Chinesin Hou Yifan eine Alleinsiegerin, wobei die Spielerin aus dem Reich der Mitte einige hochkarätigen männlichen Großmeister hinter sich ließ. Seit die Ungarin Judit Polgar die Schachbühne verlassen hat, um sich nur noch ihrer Familie zu widmen ( sehr lesenswert ihr autobiographisches Werk : „ A Game of Queens“) , ist Hou die unangefochtene Nummer 1 der Frauen und bewegt die Figuren auf Augenhöhe mit ihren männlichen Großmeisterkollegen. Angefangen hat die schachliche Frauenpower vor ca. 100 Jahren mit der Tschechin Vera Menchik , die später in England naturalisiert wurde. Es war damals üblich, den Frauen die schachliche Intelligenz abzusprechen. So hatte sich der Wiener Hans Kmoch verpflichtet als „Ballettmädel“ aufzutreten, falls Vera Menchik beim Karlsbader Turnier mehr als 3 Punkte holen sollte ( der Kelch ging an ihm vorbei)  und sein Wiener Kollege Albert Becker gründete einen „Vera-Menchik-Club“ für Spieler , die gegen Vera verlieren sollten- erstes Mitglied des Clubs war Albert Becker. Vera Menchik starb im 2. Weltkrieg bei einem Luftangriff der Deutschen auf London. Wie in der Schule in den Naturwissenschaften werden Mädchen und Frauen in den Schachvereinen oft untergebuttert. Mehr weibliche Mitglieder gibt es dort, wo Spielerinnen oder Trainerinnen Schach-AGs an den Schulen einrichten. Bestes Beispiel aus dem Stuttgarter Raum: Die frühere Würrt. Meisterin Gabriele Häcker vom Club Wolfbusch, die mit ihren Spielerinnen, darunter auch ihre Töchter, in der Deutschen Frauen-Bundesliga vertreten ist.

Der Weltschachverband (FIDE) hat neue Regeln erlassen bzw. präzisiert. Nach vereinzelten Betrügereien mit elektronischen Geräten ist nun jedes nicht vom Schiedsrichter zugelassenes Gerät verboten und sollte vor Partiebeginn abgegeben werden. Man erinnere sich an den Spieler mit dem Knopf im Ohr, der von außerhalb des Spielsaals Signale erhalten hatte. Nun sollen die Schiedsrichter bzw. Mannschaftsführer die Möglichkeit haben , Körperkontrollen durchzuführen. Daher ist den Spielern anzuraten, am Spieltag mit frischer Unterwäsche anzutreten. Auch wird die Kontrolle weiblicher Mannschaftsmitglieder in der Realität auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen. Manche Regeln haben sich als wirklichkeitsfremd erwiesen , so wollte die FIDE den Kaffeegenuss auf 2 Tassen pro Spieler und Partie beschränken. Unser deutscher Spitzenspieler Dr. Robert Hübner hat darauf seinen Rückzug aus der Nationalmannschaft erklärt.

   

   

Bericht : ´s Blättle, 2017-07-23

(Jäger) Beim 1948 gegründeten Schachclub Sillenbuch e. V. hielt man zum 69. Mal eine Jahresversammlung ab. Wurde die Veranstaltung in der Vergangenheit als lästige Pflicht angesehen und hatte der Berichterstatter die Zukunft des Vereins eher düster gesehen, so waren die anwesenden Mitglieder diesmal trotz beinahe zweistündiger Dauer der Versammlung sehr angetan von den erfreulichen Ergebnissen der vergangenen Saison. Unsere beiden Mannschaften in der Bezirksliga und der A-Klasse werden auch in der kommenden Saison in ihren Ligen kämpfen. Wir werden eine zusätzliche 3. Mannschaft für die B-Klasse melden, außerdem möchten die alten Kämpen des SC Sillenbuch wieder in einer Mannschaft an den Württ. Seniorenmeisterschaften teilnehmen. Wie in der vergangenen Saison wird es eine Jugendmannschaft geben, für das Training und die Betreuung der Schüler haben Hans- Peter Nyffeler und Günter Mößner sowie einige Eltern ein Sonderlob verdient. Der erfreulichste Punkt der Versammlung war die Feststellung, dass der SC Sillenbuch zur Zeit 10 Jugendliche im Alter von 6-13 Jahren in seinen Reihen hat. Ausgezeichnet haben sich Sillenbucher Spieler bei der Deutschen Jugendmeisterschaft ( David Rashba) , bei den Deutschen Amateurmeisterschaften ( Dr. Heinrich Motzer, Martin Strauß , Hans-Ulrich Jäger) , bei den Internationalen Stuttgarter Stadtmeisterschaften ( Strauß, Jäger, Rashba) sowie bei Open-Turnieren der Region. Länderübergreifend erfolgreich war unser Fernschachspieler Friedrich Wolfenter mit seinem Rekord von 121 unbesiegten Partien. Zu seinen letzten Großtaten zählen Siege bei Länderkämpfen gegen norwegische und finnische Großmeister. Unsere wichtigsten Funktionäre wurden wiedergewählt: 1. Vorsitzender Peter Lau, 2. Vorsitzender Günter Mößner, Kassier Bernd Lüttge, für die Schüler Hans-Peter Nyffeler.

Die anachronistische Trennung der Schachverbände Württembergs und Badens wurde überwunden , wenigstens was die Meisterschaft der Senioren betrifft. Das Turnier in Freudenstadt vom 30. 6.-8. 7. 2017 war deshalb so stark besetzt wie nie zuvor, unter den 107 Spielern tummelten sich 40 mit Elo –Zahlen über 2000. Da die Veranstaltung offen ausgeschrieben war, traf man auf Spieler aus ganz Deutschland sowie den angrenzenden Ländern Holland, Frankreich und der Schweiz. Gerard Payen aus Bagneux , einer unserer französischen Schachfreunde, ist eine Bereicherung des Turniers. Allseits beliebt bei den Spielern hat er für jeden ein freundliches Wort , so auch für den Sillenbucher Hans-Ulrich Jäger, den er am Tag nach dessen verkorkster Partie mit einer Strophe aus der Nationalhymne aufzurichten versuchte: „Le jour de gloire est arrive´“. Christian Eichner aus Dresden hat wie im Vorjahr die Partien an den ersten 10 Brettern per livestream ins Internet gestellt. Wieder dabei war die ehemalige DDR-Meisterin Dr. Gabriele Just , die das Schicksal vieler etablierter Spieler erleiden musste, die sich erst in der 2. Hälfte der Abschlusstabelle wiederfanden. Eine unliebsame Erfahrung machte der Sillenbucher Jäger in der 1. Runde gegen einen mit 2150 Elo sehr starken Gegner in seiner materiell und positionell vorteilhaften Stellung, als der Kontrahent sein unordentlich geführtes Formular dem Schiedsrichter zeigte , ihn fünf Minuten lang beschwatzte und darauf das Zugrecht zugesprochen bekam. Da half auch die spätere Entschuldigung des Schiedsrichters nicht über den Verlust der Partie hinweg. Noch unter Schock stehend erlag Jäger in der nächsten Partie einer Halluzination , als er in Gewinnstellung seine Partie aufgab. So konnte er zum Schluss nur 4 Punkte aus 9 Partien auf der Habenseite verbuchen. Sieger wurde der Fide-Meister Christof Herbrechtsmeier aus Emmendingen , als bester Württemberger belegte Horst Weisenburger aus Calw den 7. Platz. Eine Macht waren die Emmendinger , die nicht nur den Sieger stellten, sondern auch noch die Plätze 3 und 5 belegten.

Das stärkste Turnier des Jahres, das Altibox Norway Chess , mit den Top Ten Spielern der Weltrangliste fand in Stavanger statt. Im dortigen Konserthus präsentierte sich der in Berlin lebende Armenier Levon Aronjan in bestechender Form. Er gewann nicht nur das Turnier, er besiegte auch in einer Glanzpartie den Weltmeister Magnus Carlsen. Für Carlsen , der in dem Elitefeld nur den vorletzten Platz belegte, bestand sogar die Gefahr, seine Spitzenposition in der Weltrangliste zu verlieren.

Von Siegbert Tarrasch stammt der Spruch: Nichts ist schwieriger im Schach, als von zwei anscheinend gleich guten Zügen den stärkeren , der häufig der einzig richtige ist, herauszufinden.

Bericht : ´s Blättle, 2017-06-23

(Jäger) David gegen Goliath könnte die Überschrift des Berichts von der Jugendmeisterschaft lauten, bei 600 DWZ Punkten Unterschied nicht zu weit hergeholt. In Willingen im Sauerland , wo sonst Wintersportveranstaltungen stattfinden, wurden zum wiederholten Mal die Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften im Schach durchgeführt. David Rashba vom SC Sillenbuch startete in der Altersklasse U12 als einer von drei Württembergern , die sich über den Bezirk und die Landesmeisterschaft qualifiziert hatten. 11 Runden in 7 Tagen , davon einige Doppelspieltage, stellten große physische und mentale Anforderungen für die jungen Spieler. Die Ratingzahlen der 56 in der U12 angetretenen Spieler variierten von 2100 ( fast Oberligastärke) bis zu respektablen 1500 , die unser David vorweisen konnte. „Die Hessen kommen“ so ging früher ein Schreckensruf durchs Land, wenn die hessischen Soldaten mordend und plündernd über die Dörfer zogen. Auf jugendliche Schachspieler bezogen drückt der Ruf heute Respekt aus. Allerdings wurden die Spieler aus dem Bundesland Hessen ihren hohen Wertungszahlen nicht ganz gerecht und mussten mit Plätzen im vorderen Mittelfeld vorlieb nehmen. Erstaunliche Steherqualitäten bewies unser Sillenbucher David gegen stärker eingestufte Gegner. Er musste in 9 von 11 Partien gegen Spieler mit bis zu 250 höheren DWZ Zahlen antreten und hat den Härtetest bestanden. Ziemlich erschöpft von den Willinger Schachtagen kann er mit seiner Leistung als zweitbester Württemberger zufrieden sein. Die erzielten 4,5 Punkte summieren aus 2 Siegen, 5 Remisen und 4 Niederlagen. Deutscher Jugendmeister U12 wurde der Niedersachse Jan Pubantz.

Selten spannend war der Kampf um den Titel bei der Clubmeisterschaft 2017 des SC Sillenbuch zwischen Dr. Heinrich Motzer und Martin Stauß. Beide Spieler waren punktgleich ins Ziel gekommen und mussten, da es beim Schach kein Fotofinish gibt, Entscheidungspartien spielen. Nach sechs Schnell-und Blitzpartien, die alle Remis geendet hatten, wurden beide erschöpft in den Seilen hängende Kämpfer zu Siegern erklärt. In gehörigem Abstand folgen: Hans-Ulrich Jäger, Peter Lau, Frank Kuhnke, David Rashba, Günter Mößner , Helmut Rieger , Konstantin Herzig, H.Nikqi Werner Pieper und Jean-Claude Lin.

Das Finale der Deutschen Amateurmeisterschaft wurde vom 15. 6. – 17. 6. 2017 in Niedernhausen/Taunus ausgetragen. Das dortige Ramada-Hotel bot für die über 200 Finalisten gewohnt gute Bedingungen, an der bewährten Leitung von Dr. Dirk Jordan und seinem Team gab es nichts zu mäkeln. Die versammelten Spieler hatten sich die Qualifikation über die Vorrunden erkämpft, sie waren also besonders kampferprobt und siegeshungrig. In der Gruppe bis Elo 1900 befand sich auch Hans-Ulrich Jäger vom SC Sillenbuch, er hatte als einer von ursprünglich 500 Bewerbern seiner Gruppe die Teilnahme am Finale geschafft. Wie bei allen Schachturnieren war auch in Niedernhausen der Vormarsch der Jugend nicht zu stoppen. Gut trainiert und in vorbildlich fairer Haltung, aber mit unbändigem Siegeswillen absolvierten sie ihre Partien. Ein Beispiel bot die Begegnung Jäger / Jasmin Zimmermann. Die 17jährige Hamburgerin blieb auch in bedrängter Lage gelassen, hatte ihre Gesichtszüge unter Kontrolle und quittierte ihren überraschenden Sieg nach Jägers verfrühtem Mattangriff mit einem knappen, entschuldigenden Lächeln. Eine Ausnahme blieb in der Partie Ullrich-Jäger der Weißspieler, als er sich nach einem Bauerngewinn, auf der Siegesstraße wähnend, durch einen Schuss aus der Hüfte ( sprich Läuferopfer ) zur Aufgabe gezwungen sah und grußlos das Schachbrett verließ. Mit 2 Siegen und 3 Niederlagen wurde Jägers Erwartungshorizont knapp unterschritten, mit der Qualität seiner Partien war er nicht unzufrieden. Sieger der Gruppe C, in der jeder jeden schlagen konnte, wurde Tobias Röhr vom USV Potsdam.

Eine Binsenweisheit beim Schach : Eine Felderschwäche ist nur dann eine Schwäche, wenn der Gegner sie auch ausnutzen kann.

    

   


   

            

Weitere Berichte siehe: Schachblättle 2016-2017.pdf

     

       
2015 Sillenbucher Schachblättle (nach oben)
 
Informationen zu vergangenen Spielzeiten gibt es im Sillenbucher Schachblättle.

Die Saison beginnt mit Berichten von Turnieren im August und September, die für eine Vorbereitung auf Mannschaftsspiele beginnend im September bzw. Oktober genutzt werden, und endet mit der Jahreshauptversammlung im Juli.  Diese Zeitschrift ist von den Themen so wie unsere Homepage strukturiert. Informationen aus der Saison 2014-2015 und früher finden sie in den Archiven von Events, Teams und Turniere regional.

 
Zusammenfassung Saison

Partien, Diagramme
pgn
cbv  [Verzeichnis]
Titelseite
Schachblättle 2017-2018.pdf
Schachblättle 2016-2017.pdf
x Jugend: wieder eine Jugendmannschaft, David Rashba bei Deutscher Meisterschaft, Philipp Enderle gewinnt Vereinsturnier
Team: Hans-Ulrich Jäger startet mit 8 Punkten aus 8 Partien  
 
Events: Dr. Motzer und Strauß gewinnen Vereinsmeisterschaft, Bernd Lüttge gewinnt Blitzvereinsmeisterschaft

Regional: Erfolgreiche Teilnahme bei Turnieren

D: Hans-Ulrich Jäger beim Finale der Amateurmeisterschaften

International:

Olympiade in Baku: USA gewinnt

WM Carlsen gewinnt gegen Karjakin

Fernschach: Wolfenter baut Serie auf 121 Partien aus
Schachblättle 2015-2016.pdf
Jugend wieder mit Vereinsturnier
2. Mannschaft steigt auf
Neue Vereinsmeister
Fernschach: SIM Wolfenter schafft Serie von 101 Partien ohne Niederlage
Schachblättle 2014-2015.pdf
x
Jugend: David Rashba bei Deutscher Jugendmeisterschaft
1. Mannschaft: 2.Platz; Hans-Ulrich Jäger startet mit 7 aus 7
Blitzturnier Double, Vereinsturnier Triple
Fernschach: 99 Siege
Schachblättle 2013-2014    
 
Schachblättle 2012-2013  
 
Schachblättle 2011-2012 Update: `s Blättle Text
 
Schachblättle 2010-2011  
 
Schachblättle 2009-2010
 
 
Schachblättle 2008-2009
Events: Freundschaftsspiel Sillenbuch - Schorndorf
 
Schachblättle 2007-2008  
 
Schachblättle 2006-2007  
 
Schachblättle 2005-2006 x
   
    
Schachblättle 2004-2005 x    
   
Schachblättle 2003-2004 x    
   
Schachblättle 2002-2003    
 
Schachblättle 2001-2002 Events: Simultanveranstaltung und Schulungswochenende mit GM Igor Khenkin
   
(nach oben)