`s Blättle

 
TEXTE: HANS - ULRICH JÄGER
         
  

Bericht : ´s Blättle, 2017-06-23

(Jäger) David gegen Goliath könnte die Überschrift des Berichts von der Jugendmeisterschaft lauten, bei 600 DWZ Punkten Unterschied nicht zu weit hergeholt. In Willingen im Sauerland , wo sonst Wintersportveranstaltungen stattfinden, wurden zum wiederholten Mal die Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften im Schach durchgeführt. David Rashba vom SC Sillenbuch startete in der Altersklasse U12 als einer von drei Württembergern , die sich über den Bezirk und die Landesmeisterschaft qualifiziert hatten. 11 Runden in 7 Tagen , davon einige Doppelspieltage, stellten große physische und mentale Anforderungen für die jungen Spieler. Die Ratingzahlen der 56 in der U12 angetretenen Spieler variierten von 2100 ( fast Oberligastärke) bis zu respektablen 1500 , die unser David vorweisen konnte. „Die Hessen kommen“ so ging früher ein Schreckensruf durchs Land, wenn die hessischen Soldaten mordend und plündernd über die Dörfer zogen. Auf jugendliche Schachspieler bezogen drückt der Ruf heute Respekt aus. Allerdings wurden die Spieler aus dem Bundesland Hessen ihren hohen Wertungszahlen nicht ganz gerecht und mussten mit Plätzen im vorderen Mittelfeld vorlieb nehmen. Erstaunliche Steherqualitäten bewies unser Sillenbucher David gegen stärker eingestufte Gegner. Er musste in 9 von 11 Partien gegen Spieler mit bis zu 250 höheren DWZ Zahlen antreten und hat den Härtetest bestanden. Ziemlich erschöpft von den Willinger Schachtagen kann er mit seiner Leistung als zweitbester Württemberger zufrieden sein. Die erzielten 4,5 Punkte summieren aus 2 Siegen, 5 Remisen und 4 Niederlagen. Deutscher Jugendmeister U12 wurde der Niedersachse Jan Pubantz.

Selten spannend war der Kampf um den Titel bei der Clubmeisterschaft 2017 des SC Sillenbuch zwischen Dr. Heinrich Motzer und Martin Stauß. Beide Spieler waren punktgleich ins Ziel gekommen und mussten, da es beim Schach kein Fotofinish gibt, Entscheidungspartien spielen. Nach sechs Schnell-und Blitzpartien, die alle Remis geendet hatten, wurden beide erschöpft in den Seilen hängende Kämpfer zu Siegern erklärt. In gehörigem Abstand folgen: Hans-Ulrich Jäger, Peter Lau, Frank Kuhnke, David Rashba, Günter Mößner , Helmut Rieger , Konstantin Herzig, H.Nikqi Werner Pieper und Jean-Claude Lin.

Das Finale der Deutschen Amateurmeisterschaft wurde vom 15. 6. – 17. 6. 2017 in Niedernhausen/Taunus ausgetragen. Das dortige Ramada-Hotel bot für die über 200 Finalisten gewohnt gute Bedingungen, an der bewährten Leitung von Dr. Dirk Jordan und seinem Team gab es nichts zu mäkeln. Die versammelten Spieler hatten sich die Qualifikation über die Vorrunden erkämpft, sie waren also besonders kampferprobt und siegeshungrig. In der Gruppe bis Elo 1900 befand sich auch Hans-Ulrich Jäger vom SC Sillenbuch, er hatte als einer von ursprünglich 500 Bewerbern seiner Gruppe die Teilnahme am Finale geschafft. Wie bei allen Schachturnieren war auch in Niedernhausen der Vormarsch der Jugend nicht zu stoppen. Gut trainiert und in vorbildlich fairer Haltung, aber mit unbändigem Siegeswillen absolvierten sie ihre Partien. Ein Beispiel bot die Begegnung Jäger / Jasmin Zimmermann. Die 17jährige Hamburgerin blieb auch in bedrängter Lage gelassen, hatte ihre Gesichtszüge unter Kontrolle und quittierte ihren überraschenden Sieg nach Jägers verfrühtem Mattangriff mit einem knappen, entschuldigenden Lächeln. Eine Ausnahme blieb in der Partie Ullrich-Jäger der Weißspieler, als er sich nach einem Bauerngewinn, auf der Siegesstraße wähnend, durch einen Schuss aus der Hüfte ( sprich Läuferopfer ) zur Aufgabe gezwungen sah und grußlos das Schachbrett verließ. Mit 2 Siegen und 3 Niederlagen wurde Jägers Erwartungshorizont knapp unterschritten, mit der Qualität seiner Partien war er nicht unzufrieden. Sieger der Gruppe C, in der jeder jeden schlagen konnte, wurde Tobias Röhr vom USV Potsdam.

Eine Binsenweisheit beim Schach : Eine Felderschwäche ist nur dann eine Schwäche, wenn der Gegner sie auch ausnutzen kann.

    

   

Bericht : ´s Blättle, 2017-06-09

(Jäger) Da die Saison der Mannschaftskämpfe von September bis April dauert, gibt es eine Zwischenzeit, in der der „Schächer“ verstärkt an Einzelturnieren und Meisterschaften teilnimmt. Die Turniere werden oft nach landschaftlich reizvollen Orten ausgesucht wie Maria Alm in Österreich, Ascona am Lago Maggiore oder auch das sehr beliebte Gibraltar mit dem Affenfelsen, wo der normale Vereinsspieler auf Weltklasseleute trifft. Meisterschaften von der Club – bis zur Bezirksebene sind offene Veranstaltungen, für Deutsche Meisterschaften muss man sich qualifizieren. Das haben in diesem Jahr die Sillenbucher David Rashba und Hans-Ulrich Jäger geschafft. Der im April 12 Jahre alt gewordene David hat mit Platz 3 unter 32 Teilnehmern bei der Württembergischen die Berechtigung für die Deutsche Meisterschaft U 13 in Willingen/Sauerland erworben. Für den ein paar Jahre älteren Hans-Ulrich Jäger bedeutete Platz 3 beim Vorturnier in Aalen die Qualifikation für das Finale der Deutschen Amateurmeisterschaft in Niedernhausen/Taunus. Beide Veranstaltungen finden im Juni statt.

Zum Ausklang der Saison hat sich unsere 2. Mannschaft mit einem 3,5:2,5 Sieg in Wolfbusch in die Sommerpause verabschiedet. Dabei erzielten die Spieler Jean-Claude Lin, David Rashba und N. Nikqui volle Punkte, Günter Mößner steuerste ein Remis bei.

Sehr erfreulich ist die Teilnahme einer Sillenbucher Mannschaft an den Kreisjugend-Meisterschaften. So kamen unsere schon etwas fortgeschrittenen Schüler dazu, ihre erworbenen Kenntnisse bei ernsthaften Partien zu zeigen. Die beiden 1:3 Niederlagen gegen Feuerbach und Gerlingen spielen dabei eine untergeordnete Rolle, zumal die Gegner unserer Kids zum teil wesentlich älter waren. Philipp Enderle, der neue Jugendmeister 2017, konnte am 1. Brett bei beiden Begegnungen den Punkt für unsere Mannschaft erzielen. Dank gebührt Günter Mößner als non playing captain sowie einigen Eltern, die ihn bei der Betreuung der Schüler unterstützt haben.

Das große Deiziauer Neckar – Open wurde mit 600 Teilnehmern zu groß für den relativ kleinen Ort. Deshalb zog man um in die geräumige Schwarzwaldhalle in Karlsruhe. Im letzten Jahr wurde mit 900 Spielern schon ein neuer Rekord aufgestellt, der 2017 mit 1202 Spielern in drei Wertungsklassen überboten wurde. Damit entwickelte sich das jetzt Grenke Leasing Open genannte Turnier zum weltweit größten Open, übertroffen nur von Breitenschach-Veranstaltungen wie dem Hamburger Schülerturnier linkes gegen rechtes Alsterufer. Einen zusätzlichen Schub in Karlsruhe brachte das Einladungsturnier der Top Ten –Weltrangliste, angeführt vom Weltmeister Magnus Carlsen und der weltbesten Frau, der Chinesin Hou Yfan. Das Einladungsturnier gewann der in Berlin lebende armenische Großmeister Levon Aronjan . der ansehnliche Preistopf von 37000 Euro hatte 200 Titelträger angelockt.

Die zum 18. Mal veranstaltete internationale Stuttgarter Stadtmeisterschaft hatte diesmal 330 Spieler in die Ditzinger Stadthalle gezogen. Für die A-Gruppe mit 120 Teilnehmern waren 5 männliche Großmeister sowie die mit dem deutschen IM Köpke verheiratete Großmeisterin Elena Levushkina gemeldet. Gewonnen hat der erst 19jährige deutsche GM Jan-Christian Schröder vor vier Kollegen aus Russland und Serbien , dazwischen der titellose Pole Swicarz. Die topgesetzten GM Epishin und Ikonnikow wurden von dem Stuttgarter Neyman und dem Heilbronner Pogan gerupft und mussten sich bei der Preisgeldverteilung hinten anstellen. Die 135 Spieler starke B-Gruppe hat als Sieger Tomasz Turski vom SC Ingersheim. Mit dabei waren die Sillenbucher Martin Strauß, Hans-Ulrich Jäger und David Rashba, die in dieser Reihenfolge ins Ziel kamen. Ein gutes Turnier spielte Strauß mit 4 Punkten auf der Habenseite. Die Qualität seiner gespielten Partien, vor allem die verloren gegangenen zwei letzten, hätten mindestens einen zusätzlichen Punkt verdient. Ein Kontrastprogramm lieferte Jäger mit Startrangplatz 14. Nachdem er sich mit Glück und teilweise auch mit Geschick aus mancher schlachten Stellung ins Remis gerettet hatte, spielte er zwei grottenschlechte Abschlusspartien. Damit fiel er in die zweite Hälfte der Turniertabelle zurück und hatte den jungen Gegnern dafür zu danken, ihn auf den Weg der Demut zurück geführt zu haben. Sehr viel positiver sind die ebenfalls 3 Punkte von David zu bewerten , der zum ersten Mal den rauen Wind der B-Gruppe verspürte. Nach zwei Auftaktniederlagen ließ er nichts mehr anbrennen , spielte vier Mal remis gegen teils stärkere Gegner und siegte in einer gut geführten Partie.

Warum beteiligen sich so viele unterklassige Schachspieler an Turnieren? Der russische GM Alexej Shirow gibt die Antwort: „ Das Spiel selber ist weit mehr wichtig als das Ergebnis“.

Bericht : ´s Blättle, 2017-05-05

(Jäger) Nur wenig überschattet wird unsere Saisonleistung durch die deftige Niederlage im letzten Kampf gegen Gerlingen. Bei der 2:6 Schlappe können die Sillenbucher an Zählbarem nur vier Remisen vorweisen, während vier Partien verloren wurden. Bei drei der vier Verlustpartien standen die Gastgeber mindestens ausgeglichen, wenn nicht sogar etwas besser, mussten aber, bedingt durch eigene Fehler das bessere Ende den Gästen überlassen. Die Remisen von Dr. Heinrich Motzer , Torsten Behlau-Moritz, Martin Strauß und Peter Lau waren hochverdient, auch da wäre das eine oder andere halbe Pünktchen mehr „drin“ gewesen. Wie vor zwei Jahren hat es Hans-Ulrich Jäger in der neunten und letzten Partie erwischt: Nach einer Serie von acht Siegen musste er gegen Gerlingen seine einzige Niederlage einstecken. Damit belegt Sillenbuch I in der Abschlusstabelle der Bezirksliga einen Mittelplatz. Wieder aufgestiegen in die Landesliga ist der TSV Zuffenhausen, absteigen müssen Botnang II und eventuell Böblingen.

Zur guten Saisonbilanz des SC Sillenbuch trug der 4,5 zu 1,5 Sieg der zweiten Mannschaft gegen Botnang IV bei, die damit letzte Zweifel am Verbleib in der A-Klasse ausgeräumt haben. Zu diesem schönen Erfolg trugen Günter Marsch, Hans-Peter Nyffeler und Günter Mößner bei , die unentschieden spielten, sowie mit Siegen David Rashba , Mihail Varga und Konstantin Herzig.

Rasmus Svane, Sohn eines berühmten dänischen Cellisten, kam im Zuge der Professur seines Vaters an der Lübecker Musikhochschule nach Deutschland und ist schon längst eingebürgert. Rasmus war einer der sogenannten Schachprinzen, deren schachliche Entwicklung zu einigen Hoffnungen berechtigte. Stolz ist er auf die Ernennung zum Großmeister parallel zum bestandenen Abitur. Erwähnenswert ist, dass Svane sich entschlossen hat, Profi zu werden, um seine schachliche Grenzen auszuloten. In zwei oder drei Jahren möchte er die Elo-Zahl von 2700 erreichen, eine Zahl, bei der die absolute Weltklasse beginnt. In Deutschland entscheiden sich wenige Schachspieler für eine Profikarriere, die nur den Top 20 der Weltrangliste gute und sichere Einkünfte beschert. Andere müssen sich mit Preisgeldern, Schachreisen, Schachunterricht oder dem Schreiben von Schachbüchern mehr schlecht als recht durchs Leben schlagen. Von vergangenem Schachruhm zehren hierzulande der gebürtige Prager Vlastimil Hort , inzwischen in Köln ansässig, und Arthur Jussupow , der in der Nähe von Ulm eine Schachschule betreibt. Der Schwejk-Typ Hort wird oft zu Simultanvorstellungen eingeladen, der Meister spielt dann gleichzeitig gegen ca. 30 Gegner und bietet anschließend ein abendfüllendes Unterhaltungsprogramm mit Berichten und Anekdoten seiner Begegnungen am Schachbrett von Bobby Fischer bis Garry Kasparow.

Nach fünf Durchgängen , von denen die drei besten gewertet werden, („best of five“) hat sich bei der offenen Sillenbucher Blitzmeisterschaft 2017 wieder einmal Bernd Lüttge als Sieger durchgesetzt. Knapp dahinter folgen Hans-Ulrich Jäger, Martin Strauß und Peter Lau. Die zweite Hälfte des Tableaus wird angeführt von dem 12-jährigen David Rashba, der 50% der möglichen Punkte geholt hat vor Günter Mößner, Konstantin Herzig und Werner Pieper.

Der bisherige Verlauf der Saison 2016/17 liest sich aus Sicht des SC Sillenbuch sehr erfreulich. Beide Mannschaften haben sich für die neue Saison die Klassenzugehörigkeit gesichert. Schöne Erfolge haben unsere Einzelkämpfer bei offenen Turnieren und Meisterschaften erzielt. Speziell erwähnt werden muss Friedrich Wolfenter, der im Fernschach auf eine beinahe unglaubliche Serie von 114 unbesiegten Partien zurück blicken kann. Dabei hat er sich unter 280 Teilnehmern für das Finale des Fernschachpokals qualifiziert, das von 11 Spielern bestritten wird. Beim Länderkampf Deutschland-Schweden hat Wolfenter am 1. Brett den schwedischen Großmeister Ingvar Carlsson geschlagen und das Ergebnis auf 21,5 : 6,5 für Deutschland geschraubt. Der um 72 Jahre jüngere David Rashba hatte sich über die Bezirksmeisterschaften für die Württembergische Meisterschaft U 12 qualifiziert. In der Jugendherberge am Feldberg starteten 32 Mädchen und Jungen in seiner Altersklasse im Kampf um den Meistertitel, wobei bis zur U 12 die Geschlechter noch nicht getrennt sind. Es gewann Sijia Anna Liu vom SV Wolfbusch mit 5,5 Punkten aus 7 Partien , mit 5 aus 7 folgte David Rashba vom SC Silllenbuch, der sich damit für die Deutsche Meisterschaft in Willingen im Sauerland qualifiziert hat.

Ein Schachzitat von Dr. Savielly Tartakower: „ Nur ein wirklich starker Spieler weiß wie schwach er spielt“.

   

            

Weitere Berichte siehe: Schachblättle 2016-2017.pdf

     

       
2015 Sillenbucher Schachblättle (nach oben)
 
Informationen zu vergangenen Spielzeiten gibt es im Sillenbucher Schachblättle.

Die Saison beginnt mit Berichten von Turnieren im August und September, die für eine Vorbereitung auf Mannschaftsspiele beginnend im September bzw. Oktober genutzt werden, und endet mit der Jahreshauptversammlung im Juli.  Diese Zeitschrift ist von den Themen so wie unsere Homepage strukturiert. Informationen aus der Saison 2014-2015 und früher finden sie in den Archiven von Events, Teams und Turniere regional.

 
Zusammenfassung Saison
Personen
[Verzeichnis]
Bilder
[Verzeichnis]

Partien, Diagramme
pgn
cbv  [Verzeichnis]
Titelseite
Schachblättle 2016-2017.pdf x x      
   
Schachblättle 2015-2016.pdf x x Jugend wieder mit Vereinsturnier
2. Mannschaft steigt auf
Neue Vereinsmeister
Fernschach: SIM Wolfenter schafft Serie von 101 Partien ohne Niederlage
Schachblättle 2014-2015.pdf x x
x
Jugend: David Rashba bei Deutscher Jugendmeisterschaft
1. Mannschaft: 2.Platz; Hans-Ulrich Jäger startet mit 7 aus 7
Blitzturnier Double, Vereinsturnier Triple
Fernschach: 99 Siege
Schachblättle 2013-2014.pdf    
 
Schachblättle 2012-2013.pdf  
 
Schachblättle 2011-2012.pdf x Update: `s Blättle Text
 
Schachblättle 2010-2011.pdf x  
 
Schachblättle 2009-2010.pdf

 
 
Schachblättle 2008-2009.pdf x x Events: Freundschaftsspiel Sillenbuch - Schorndorf
 
Schachblättle 2007-2008.pdf  
 
Schachblättle 2006-2007.pdf x  
 
Schachblättle 2005-2006.pdf
x
   
    
Schachblättle 2004-2005.pdf x    
   
Schachblättle 2003-2004.pdf x    
   
Schachblättle 2002-2003.pdf    
 
Schachblättle 2001-2002.pdf x Events: Simultanveranstaltung und Schulungswochenende mit GM Igor Khenkin
   
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